Grundausbildung II

Arbeiten mit Isolierhandschuhen bis 36 kV

Voraussetzung für das Seminar:
  • Elektrofachkraft gemäß BGV A3/ DGUV Vorschrift 3 mit ausreichend Kenntnissen von MS-Freileitungen, gesundheitlich und personell geeignet.
  • MS-Arbeiten werden immer mit mind. 3 ausgebildeten Elektrofachkräften, mit EH-Ausbildung, durchgeführt
  • Erfahrungen mit Steigern sind zweckmäßig

Grundlagentheorie: 3 Tage

Grundlagen des Arbeitsschutzes:

  • Vorschriften zum AuS, Arbeitsschutzgesetz, BGV A1/ DGUV Vorschrift 1 und BGV A3/ 3, VDE 0105/ 100, BGR A3/ DGUV Regel 103-011
  • Gefährdungsanalyse an der Arbeitsstelle durch die Arbeitsgruppe
  • Arbeitsmethoden zum Arbeiten an bzw. in der Nähe elektrischer Anlagen
  • Arbeiten unter Spannung
  • Arbeitsanweisung, Arbeitserlaubnis zum AuS, sicherheitstechnische Maßnahmen für AuS
  • Grundsätze zur Vorbereitung, Durchführung, Abschluss und Abbruch der AuS
  • Arbeitsverfahren bei AuS , Arbeiten mit Isolierhandschuhen auf freiem Potential
  • Zusammenarbeit weisungsberechtigte Elektrofachkraft, Anlagenverantwortlicher, Netzleitstelle, Arbeitsverantwortlicher vor Ort

Elektrotechnische Grundlagen:

  • Allgemeine Grundlagen der Elektrotechnik, kurze Auffrischung
  • Überspannungsfaktoren bei Erdschluss im Netz unter Berücksichtigung der Sternpunktbehandlung

Technologiebezogene Theorie:

  • Einschätzung der AuS- Möglichkeit, Vorabentscheidung
  • Berechnungen von Kräften, Bruchlasten usw., Bewegen von Seilen unter Berücksichtigung von Kräften
  • Einweisung in die isolierende Hubarbeitsbühne, Grundlegende Einweisung und vorbereitende Dinge vor Beginn der AuS
  • Welche Ausrüstungen sind vorhanden, was sind deren Spezifika, welche Kräfte können verschiedene Ausrüstungen aufnehmen, Datenblätter
  • Prüfungen und Wiederholungsprüfungen von Ausrüstungen
  • Vorbereitung an der Arbeitsstelle, Reinigung und Überprüfung der AuS- Ausrüstung
  • Einsatz und Handhabung von Abdeckungen
  • Handhabung der Ausrüstung in verschiedenen Mastbildern
  • Mindestabstände von ungeschützten Körperteilen zum Erd- bzw. Phasenpotential abhängig von der Nennspannung
  • Soweit zutreffend: Betriebliche Führungsstruktur, Betriebsnormen
  • Einsatz, Behandlung, Pflege und Prüfung der Ausrüstung nach Abschluß der AuS

Abschluss der Theorieausbildung:

  • schriftliche Prüfung

Praxisausbildung, MS-FL, Arbeiten mit Isolierhandschuhen bis 36 kV:

Dauer: 30 Tage

Im Praxisblock wird technologisch notwendige Theorie und Praxis vermittelt.
Die Ausbildungsdauer richtet sich nach den auswählten Technologien. Oben genannte Dauer entsteht bei Auswahl aller unter aufgeführten Technologien.

  • Machbarkeitsanalyse der jeweiligen Technologie am vorhandenen Mastbild
  • Arbeitsanweisungen erarbeiten unter Berücksichtigung des Mastbildes
  • Berechnung von Kräften am zu bearbeitenden Mast
  • Vorbereitung der AuS- MS (Ausrüstung, Luftfeuchte, Anlage, Unterweisungen, Anmeldung Anlagenverantwortlicher/Netzleitstelle…)
  • Durchführung der AuS- MS
  • Abbruch der AuS-MS, Abschluss der AuS-MS
  • Reinigung und Pflege der Ausrüstung
  • Handhabung der Ausrüstungen
  • Anbringen von Abdeckungen
  • Handhabung vom Jumpern, Spann- und Abspannvorrichtungen
  • Arbeiten mit isolierender Hubarbeitsbühne
  • im praktischen Teil wird im spannungsfreien Zustand, unter Bedingungen AuS und unter Spannung geschult
  • Praxisprüfung
  • Auswertung

Technologien:

  • Montage und Demontage von Vogelschutzhauben
  • Abdeckarbeiten für Arbeiten an nichtaktiven Teilen
  • Wechsel von Abspannisolatoren
  • Wechsel von Hängeisolatoren
  • Wechsel von Stützisolatoren
  • Einbau von Trennstellen
  • Öffnen und Schließen von Strombrücken
  • Reparatur von Seilschäden
  • Umbau von Traversen, z.B.: Stütz- in Hängesystem
  • Wechsel von Masten
  • Beseitigung von Fremdkörpern

Ablauf der Praxisausbildung:

Im Hause BSD werden die Mitarbeiter den jeweiligen Mast ansehen und anschließend die Technologie (Handlungsablauf), unter Berücksichtigung der vorhandenen Arbeitsanweisungen, genau erarbeiten und schriftlich festhalten.
Dabei wird ganz speziell auf die Sicherheitsgrundsätze eingegangen.
Am Mast wird ebenfalls die Machbarkeit des AuS überprüft, ebenfalls die vor Ort Gefährdungsbeurteilung durchgeführt.
Es sind die entsprechenden Ausrüstungen auszuwählen. Es werden deren Spezifika besprochen.
Ebenso wird besprochen, wie die Abdeckungen richtig, zweckentsprechend und ausreichend zu verwenden sind.
Danach werden alle vorbereitenden Maßnahmen an der Arbeitsstelle durchgeführt.
Anschließend wird von jeder Arbeitsgruppe jede Technologie im spannungsfreien Zustand unter Bedingungen AuS und unter Spannung durchgeführt. Diese Arbeiten werden unter Berücksichtigung der auftretenden Kräfte durchgeführt.
Die AuS werden ordnungsgemäß abgeschlossen… Abmeldung, Ausrüstung…
Anschließend werden die Mitarbeiter eine Selbsteinschätzung abgeben und der Ausbilder bewertet die Mitarbeiter.
Im BSD- Netz werden ausgewählte Technologien geprüft.
Im EVU- Netz werden die Technologien anhand von Bildern der Freileitungen erarbeitet. Es wird somit eine entsprechende Wahrnehmung geschult und eine zukünftige Selbstständigkeit der Mitarbeiter vorangetrieben.
Im EVU- Netz werden ausgewählte Technologien geprüft.

Die Ausbildung sollte an 20 Arbeitstagen im BSD- Schulungsnetz und an 10 Arbeitstagen im EVU- Netz erfolgen.
Ist kein EVU- Netz vorhanden erfolgt die Ausbildung im BSD- Netz an 30 Tagen.

Hospitation im EVU- Netz: Dauer 10 Tage

Ein Ausbilder wird alle Mitarbeiter 10 Tage im Netz hospitieren. Anschließend erfolgt die Zertifizierung der Mitarbeiter.

Die Ausrüstungen für Praxis und Hospitation, abgesehen von der vorher vereinbarten Grundausstattung, stellt unser Unternehmen zur Verfügung.

Ablauf der Hospitation:

Während der Hospitation im EVU- Netz werden ausgewählte Technologien geprüft.
Somit kann nach erfolgter Ausbildung davon ausgegangen werden, dass alle Technologien abgeprüft wurden.

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